Ich denke, daß Häkeln, Hühner züchten, Pistazieneis zubereiten oder Wurstmachen, Turmspringen, Elefanten waschen, in den Rollstuhl zurück klettern, gelähmt das Schwert zu ziehen und alles andere die gleichen Fähigkeiten und Bereitschaften erfordert wie das Üben und Trainieren des eigenen Leibes-

wenn die Absicht ,das Motiv, das Ziel und die Mittel aufeinander abgestimmt „unter der gleichen Flagge segeln“.

Dann spielt es keine Rolle, was ein Mensch ist- allein wie er ist und welche Disziplin er aufbringen kann, um seine ureigensten einmaligen Ressourcen zu entdecken, zu aktivieren, zu erhalten.

Dann ist die persönliche Bestleistung immer 100% .

Also eigentlich braucht man keine Uniform, keine Gongklänge, keine fernöstlichen Bezeichnungen für eine bestimmte Bewegung.

Auch Buddhist werden oder eigenartige Titel vorantragen ist nicht nötig.

„Des is unsern Trainer, der Manni, unn mir lerne gern bei demm“ vs. „Mein Sensei ist Schüler vom Renshi selber und hat den Siebten“.

Beides ist nicht falsch- aber je komplizierter und kanonisierter desto schwieriger (und schwerfälliger) wird es.

In den langen Jahren der Wanderschaft durch verschieden Bewegungskunstschulen habe ich selten einen humorvollen, „ganz normalen“ Lehrer gefunden, dem Hierarchie, Kleiderordnung, Meister/Schüler-Verhältnis oder Symbolik, Graduierung oder Geschichte schnuppe war.

(außer Wilfried Dietrich und Pastor Schöpsdau. Martin Ritter und Fritz Birkemeyer waren auf dem Weg dahin, Gertrud Schröder eher Weggefährtin und Friedhelm Kückelhahn ein Freigeist in engem Gurt)

Ich will an dieser Stelle Jenny H. und Oliver H. erwähnen.

Beide wollten nicht mehr viel und konnten daher wenig (100% schwerbehindert und 100% sozial gehindert).

Als sie nebenbei merkten, was sie alles können, begannen sie zu wollen)

Also, Verkleidung, Peer- Phraserei und Leistungsvergleich ist nicht nötig.

Ist:

„Dem Elch den Bart kraulen und ein Grinsen aufsetzen“

nicht gleichwertig mit:

„dem wilden Pferd die Mähne teilen“?

– hier gibts noch einen kleinen Text dazu: